Nicht jedes Dach ist gleich gut für das Installieren einer Photovoltaikanlage geeignet. Eine Vielzahl
an Kriterien gilt es zu berücksichtigen. Ist diese Frage beantwortet müssen wir uns darüber
Gedanken machen, welchen Nutzen die Anlage erfüllen soll.

Ist mein Dach geeignet?

- Ausrichtung des Dachs
- Dachneigung
- Dachfläche
- Nutzfläche
- Umgebung

Welchen Nutzen soll meine Anlage erfüllen?


------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Ausrichtung des Dachs

Die Ausrichtung des Dachs sollte im optimalen Fall nach Süden sein.
Je mehr die Dachfläche Richtung Osten oder Westen von Süden abweicht, desto kleiner wird der
Energieertrag der Photovoltaikanlage.
Auf Flach- und Satteldächern kann alternativ eine Ost-West-Anordnung gewählt werden, die Ihre ganz
eigenen Vor- und Nachteile mitbringt.

Die Gebäudeausrichtung kann anhand von Grundrissplänen oder Katasterplänen mit Nordpfeil
ausfindig gemacht werden.
Für technisch versierte Personen gibt es noch die Möglichkeit mit Google Earth die Ausrichtung des eigenen Hauses zu ermitteln.

Quelle: www.swissolar.ch

Dachneigung

Die Dachneigung hat Auswirkungen auf den Energiertrag der Photovoltaikanlage. Sofern es sich
nicht um ein Flachdach handelt, gibt es beim Neigungswinkel wenig Spielraum.

Am einfachsten kann der Neigungswinkel des Dachs mit einem Schnitt des Gebäudes von einem
Architekturplan ermittelt werden. Alternativ gibt es eine menge APPs für diverse Smartphones die
man zum Beispiel aus einem Dachfenster auf die Dachfläche stellen kann.
Falls beides nicht vorhanden ist bleibt noch die Möglichkeit, die alten Trigonometrie-Kenntnisse
aus der Schulzeit hervor zu holen und den Neigungswinkel sowie die Höhe des Dachs zu errechnen.



Dachfläche

Mit der Dachfläche bildet sich die Grundlage, unter Berücksichtigung des nächsten Punktes, wie viele Solarpanels auf dem Dach Platz finden.
Wie schon bei den anderen Schritten, kann die tatsächliche Dachfläche am besten mit einem Plan des Gebäudes ermittelt werden.

Alternativ kann man sehr gut Schätzen oder die Ziegel auf dem Dach zählen. Es gilt herauszufinden welchen Typ Ziegel auf dem Dach verbaut hat und welche Masse diese aufweisen.
Zur Not kann auch ein Ziegel aus einem Dachfenster heraus gemessen werden.

Nun werden die Ziegel in vertikaler und in horizontaler Richtung gezählt und mit den Massen der Ziegel multipliziert. Auf diese Weise sollte man eine ziemliche Genaue Angabe über die Fläche machen können.



Nutzfläche

Von der totalen Dachfläche müssen nun noch die Bereiche abgezogen werden, die nicht verwendet
werden können. Oftmals sind auf Dächern Hindernisse anzutreffen wie Fenster, SAT-Anlagen, Kamine usw.

Diese reduzieren die Nutzfläche auf Grund Ihres Platzbedarfs an sich und dem Grad an Verschattung, den Sie an die Umgebung abgeben.
Es ist wenig Sinnvoll direkt neben einem grossen Kaminrohr ein Solarmodul zu installieren wenn der Kamin das Solarmodul die meiste Zeit verschattet.

Umgebung

Die Umgebung ist ebenfalls ein wichtiger Faktor auf den Ertrag einer PV-Anlage. Wenn das
Gebäude im Freien steht haben wir meistens keine Probleme.

Sind jedoch hohe Bäume oder anderen Gebäude in der unmittelbaren Umgebung die das Dach der
PV-Anlage überragen, kann es unter umständen zu einer empfindlichen Verschattung der Nutzfläche
kommen.


Welchen Nutzen soll meine Anlage erfüllen?

Falls das Dach und seine Nutzfläche geeignet sein sollten, stellt sich die Frage nach dem Nutzen der
Anlage.

- Möchte ich mit der Anlage etwas für die Umwelt tun?
- Möchte ich auf der Nutzfläche soviel Leistung wie möglich erzeugen?
- Möchte ich mit der Anlage so viel Geld wie möglich verdienen?
- Muss ich gewisse Anforderungen für ein Minergie-Label erfüllen?
- Muss die Anlage nur so gross sein damit sie meinen Eigenverbrauch deckt?
- Muss die Anlage gross genug sein um z. Bsp. eine Wärmepumpe zu versorgen?

Wie man sieht, muss das Dach nicht einfach nur mir Solarmodulen bepflastert werden. Viele
Überlegungen müssen in die Planung der Anlage einfliessen, damit der Betreiber der Anlage genau
das bekommt was er braucht mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis.